Als Creator in Deutschland starten – Der komplette Guide 2026

Aktualisiert: Juni 2026 · Lesezeit: ca. 8 Minuten

Du möchtest auf My‑Fans oder einer anderen Creator-Plattform Geld verdienen? Dieser Guide erklärt Schritt für Schritt, was du in Deutschland rechtlich, steuerlich und praktisch beachten musst – bevor du deinen ersten Euro einnimmst.

1. Gewerbeanmeldung – wann und wie

Wer in Deutschland regelmäßig mit Gewinnabsicht digitale Inhalte erstellt und verkauft, übt eine gewerbliche Tätigkeit aus. Das gilt unabhängig davon, ob du hauptberuflich oder nebenberuflich tätig bist. Eine Gewerbeanmeldung ist in den meisten Fällen Pflicht – eine Ausnahme besteht nur bei freiberuflicher Tätigkeit (z. B. Journalisten, Künstler – hier ist die Einordnung im Einzelfall zu prüfen).

Nach der Anmeldung meldet sich das Finanzamt automatisch mit einem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.

2. Einkommensteuer & Umsatzsteuer

Einkommensteuer

Deine Einnahmen aus Creator-Tätigkeiten sind steuerpflichtig und werden als Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) oder bei Freiberuflern als § 18 EStG versteuert. Du versteuert den Gewinn – also Einnahmen minus Betriebsausgaben. Typische absetzbare Kosten: Kamera, Beleuchtung, Requisiten, Software-Abos, anteilige Internetkosten, Steuerberaterkosten.

Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)

Wer im Jahr voraussichtlich mehr als 25.000 € Umsatz erzielt (Grenze 2025/2026), ist umsatzsteuerpflichtig und muss 19 % MwSt. auf seine Leistungen ausweisen und ans Finanzamt abführen. Darunter greift die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG): keine MwSt.-Ausweisung, aber auch kein Vorsteuerabzug. Wichtig: Die Grenze bezieht sich auf den Brutto-Umsatz, nicht den Gewinn.

Besonderheit: Reverse-Charge bei Plattformzahlungen

Erhältst du Zahlungen von einer Plattform mit Sitz im EU-Ausland (z. B. UK oder USA), kann das Reverse-Charge-Verfahren gelten. Dein Steuerberater kann dir erklären, ob und wie das für dich relevant ist.

3. Verifizierung & Altersschutz (KYC)

My‑Fans ist verpflichtet, das Alter seiner Creator zu verifizieren. Der Prozess (Know Your Customer, KYC) läuft so ab:

  1. Du lädst ein gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) hoch
  2. Ggf. ein Selfie zur Identitätsbestätigung
  3. Prüfung durch unser Team – in der Regel innerhalb von 1–3 Werktagen
  4. Nach Freischaltung kannst du sofort mit dem Upload beginnen

Ohne erfolgreiche Verifizierung kannst du keine kostenpflichtigen Inhalte veröffentlichen. Das ist keine Schikane, sondern gesetzliche Pflicht nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV).

4. Auszahlung: Wie kommt das Geld zu mir?

My‑Fans zahlt Creator-Guthaben per PayPal oder Banküberweisung aus. Die Mindestausschüttung beträgt 50 €. Auszahlungsanträge werden jeweils zum 1. und 15. des Monats bearbeitet und in der Regel innerhalb von 3–5 Werktagen gutgeschrieben.

5. Plattformwahl: Was unterscheidet My‑Fans von der Konkurrenz?

Merkmal My‑Fans OnlyFans Fansly 4based (DACH)
Creator-Anteil80 %80 %80 %80 %
ServerstandortEU / DEUK/USAUSAEU
Sprache (Interface)Deutsch + ENENENDE
Mindestpayout50 €ca. 20 €ca. 20 $50 €
Pay-per-View
Stories (24h)
DSGVO-konformeingeschränkteingeschränkt
Verifizierung1–3 Werktage1–7 Tage1–5 Tage1–3 Tage

Angaben nach bestem Wissen; Stand Juni 2026. Konditionen können sich ändern.

6. Preisgestaltung: Abo, PPV und Trinkgeld richtig einsetzen

Auf My‑Fans stehen drei Einnahmekanäle zur Verfügung – die Kombination macht den Unterschied:

7. Datenschutz (DSGVO) als Creator

Als Creator auf My‑Fans verarbeitest du unter Umständen personenbezogene Daten deiner Fans (z. B. in DM-Gesprächen). Dabei gilt:

Wichtiger Hinweis: Dieser Guide dient zur allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für deine individuelle Situation empfehlen wir die Beratung durch einen Steuerberater – viele bieten inzwischen Pakete für Creator an.

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